Wettbewerbsaufruf für Gründungs- und Beratungsprojekte des ThEx-Verbunds gestartet

Das Wirtschaftsministerium schreibt die Durchführung von insgesamt zehn Beratungsangeboten für Gründerinnen und Gründer, Unternehmensnachfolger sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus. Dazu zählen Projekte wie z.B. ThEx Enterprise, ThEx Nachfolge, ThEx innovativ oder die Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (ThAK), die bisher und auch künftig unter dem gemeinsamen Dach des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) zusammengefasst sind. Die „Konzeptauswahlverfahren“ werden wegen des Wechsels der EU-Förderperiode notwendig. Aufgrund dieses Wechsels enden die bisherigen Projekte des ThEx-Verbunds zum 30. Juni 2022. Die neu ausgeschriebenen Projekte haben eine Laufzeit bis 2025 mit Verlängerungsoption. Zur Finanzierung stehen insgesamt 32,5 Millionen Euro aus ESF- und Landesmitteln bereit.

„Wer in Thüringen mit einem eigenen Unternehmen startet, erhält über die bewährten ThEx-Angebote eine passgenaue, intensive Beratung und Begleitung auf dem Weg zum Erfolg“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Ebenso werden kleine und mittlere Unternehmen bei Nachfolgesuche, Digitalisierung und Strukturwandel unterstützt. Mit der Neuausschreibung sei eine Fortführung und zugleich eine Weiterentwicklung der vorhandenen Beratungsinstrumente geplant. „Künftig wollen wir auch diejenigen ansprechen, die als potentielle Gründerinnen oder Unternehmer den Weg ins ThEx noch nicht gefunden haben.“ Dazu müsse aktiver als bisher auf Gründungsinteressierte zugegangen und Betriebsinhaber rechtzeitig für Themen wie eine Unternehmensnachfolge sensibilisiert werden. Zudem solle es in Zukunft ein spezielles Angebot gerade für junge Menschen geben, um diese frühzeitig an Themen wie Selbständigkeit und Unternehmertum heranzuführen.

Gesucht werden Konzepte für folgende Themen: Unternehmensnachfolgen, Digitalisierung von KMU, Kreativwirtschaft, Unterstützung von Klein- und Kleinstbetrieben, allgemeine Gründungsvorhaben, innovative Gründungen, Gründungen von Frauen, Gründungmentoren, regionale Gründungswettbewerbe sowie Gründungen und Unternehmertum bei jungen Menschen. Die Konzepte sind bis zum 9. Mai bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) einzureichen und werden dann von einer Jury bewertet. Als Träger der einzelnen Beratungs- und Gründungsprojekte können sich Kammern und Verbände der Thüringer Wirtschaft, Stiftungen oder andere geeignete Einrichtungen bewerben.

Mehr Informationen und der Wettbewerbsaufruf finden sich hier.

 

„Stimmig in Auftritt und Wirkung“

 

Neues Online-Curriculum ab Februar 2022!

Bist Du immer mal verunsichert, wie Du auf andere wirkst und wie Du andere souverän überzeugen kannst? Hast Du den Wunsch, Dich klarer und authentischer zu zeigen, um Dein Business voranzubringen? Unser neues Format „Stimmig in Auftritt und Wirkung – gestalte Deine Möglichkeiten“ kann Dich dabei unterstützen!

Für Frauen, die gründen wollen oder schon selbstständig sind, die sich authentisch weiterentwickeln und vernetzen wollen, haben wir dieses Format entwickelt. Inhaltlich erwartet Dich die Arbeit an diesen Fragen:

  • Mit welcher Haltung zu Dir selbst und zu Deinem Business kommunizierst Du?
  • Wie wirken Deine Stimme und Deine Körpersprache?
  • Welche sprachlichen Gestaltungsmittel können Klarheit und Ausdruck verbessern?

Wir werden in sieben Online-Modulen zu je 4 Stunden mit Inputs, praktischen Übungen und vor allem Feedback arbeiten.

Erfahre hier mehr zu den Zielen, dem Nutzen für Dich, den Inhalten, Terminen, Referentinnen und wie Du Teil der Gruppe werden kannst.

Thüringer Gründungswoche 2021

Tiefensee: Mit Gründungen die Krise für innovative Produkte und Angebote nutzen

„Gründen heißt Vielfalt“ – Unter diesem Motto startet am Montag die „Gründungswoche Deutsch­land“ vom 15. bis 19. November / Veranstaltungen und Verleihung des ThEx AWARDs – Der Thüringer Gründungspreis.

Nach dem coronabedingten Rückgang der Gründungen in 2020, stiegen die Zahlen in Thüringen bis August 2021 um 9,4 Prozent an. „Thüringen hat viele mutige und kreative Gründerinnen und Gründer, die anpacken, ihre guten Ideen in die Tat umsetzen und die Krise als Chance für innovative Produkte und Angebote genutzt haben. Ich zolle ihnen hohen Respekt“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee anlässlich des Starts der deutschlandweiten Gründungswoche. Die Gründungswoche in Thüringen leistet dafür einen wichtigen Beitrag. Vom 15. bis 19. November informieren in diesem Jahr zahlreiche analoge und digitale Veranstaltungen und Workshops zum Thema Unternehmensgründung. Die Thüringer Gründungswoche ist Teil der Gründungswoche Deutschland und der Global Entrepreneurship Week in über 170 Ländern. Sie will Menschen für unternehmerisches Handeln begeistern, denn die Thüringer Gründungslandschaft ist bunt und kreativ.

 

Zu den Höhepunkten der Gründungswoche gehört auch in diesem Jahr die Verleihung des ThEx AWARDs, der mit insgesamt 71.000 € dotiert ist. „Die Ideen und Geschäftsmodelle der Gründerinnen und Gründer sowie Unternehmerinnen und Unternehmer in den Kategorien „GRÜNDEN“, „DURCHSTARTEN“ und „NACHFOLGEN“ spiegeln die Trends unserer Zeit – Nachhaltigkeit, Gesundheit und neues Arbeiten – wider und zeigen neue Wege auf, Thüringen wirtschaftlich zukunftsfähig zu entwickeln und lebenswert zu gestalten“, sagt Dirk Wegler, Leiter des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx). Ein Sonderpreis geht zudem an eine Gründerin bzw. Unternehmerin, die aufgrund ihrer Geschichte, Tätigkeit oder Vision einen besonderen Impuls in und für Thüringen gesetzt hat. Wer also neue Ideen aufspüren, die erfolgreichen Start-ups von heute kennenlernen und eindrucksvollen Persönlichkeiten begegnen möchte, sollte beim ThEx AWARD 2021 genau hinsehen, so Wegler weiter. Die Prämierungsveranstaltung am 18. November 2021 wird ab 17 Uhr live auf www.thex.de übertragen.

 

„Unternehmensgründungen und -nachfolgen müssen individuell und nachhaltig unterstützt werden“, sagt der Präsident der IHK Erfurt Dieter Bauhaus. „Dazu braucht es vielschichtige Maßnahmen, wie die Erhöhung der Standortattraktivität Thüringens insgesamt, die frühzeitige Ansprache und Sensibilisierung potenzieller Gründerinnen und Gründer in Schulen und der Ausbildung. Dafür ist die Gründungswoche ein hervorragendes Schaufenster“, so Bauhaus weiter.

 

Gefördert durch das Thüringer Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt das ThEx als Verbund von 12 Projektpartnern Existenzgründerinnen und Existenzgründer sowie Unternehmen in ganz Thüringen.

Mehr Infos unter: www.thex.de/gruendungswoche/

15 Jahre ThEx Enterprise, 16 Jahre Mikrofinanzagentur: Von Aquarien, Stolpersteinen und Aufgaben für die Zukunft

In einer hybriden Veranstaltung – sowohl in Präsenz im ThEx-Gebäude in Erfurt als auch digital übertragen – wurde zurückgeschaut auf die vergangenen Jahre, aber auch ein Blick in die Zukunft der Thüringer Gründerlandschaft gewagt. 

Die Themen Gründung und Finanzierung in Thüringen standen im Mittelpunkt und wurden mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Gründerinnen und Gründer aus 15 Jahren Enterprise und 16 Jahren Mikrofinanzagentur diskutiert.

Wolfgang Tiefensee, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, sieht in Thüringen ein solides Fundament in der Gründungsunterstützung, sowohl für Neugründungen als auch Unternehmensnachfolgen. Wo Thüringen seiner Meinung nach aber besser werden muss: in der Haltung des Einzelnen in Bezug auf Unternehmertum. „Wir brauchen eine bessere Gründungskultur.“ Dazu sei es auch notwendig, bereits Kinder und Jugendliche für das Thema Unternehmertum zu sensibilisieren. „Gründungen nachhaltig begleiten, das ist unsere Hauptaufgabe für die Zukunft.“

Dirk Wegler, Gründungsbegleiter der ersten Stunde und derzeitiger ThEx-Leiter, erinnert sich: „Jede Gründung, die ich als Mitarbeiter von Enterprise begleitet habe, hatte immer einen persönlichen Bezug. Mittlerweile begleite die beiden Projekte ca. 750 Menschen pro Jahr – ein großer Teil davon gründet ein eigenes Unternehmen, sowohl im Neben- als auch im Haupterwerb.

„Lebe deinen Traum und kämpfe dafür!“

Als erste Gründerin kam Katja Stimmer zu Wort, die unter dem Pseudonym und gleichzeitig Unternehmensnamen „Fräulein Meier“ seit sieben Jahren einzigartige Handarbeitsprodukte fertigt und in ihrem Laden in der Jenaer Innenstadt verkauft.  In ihrem FACHgeschäft vermietet sie ihre Fächer und Flächen an Künstler und Kreative. „Eine Ladeneröffnung war nicht mein Ziel, sondern eher Zufall“, so Stimmer. Rückblickend sei es eine Aneinanderreihung vieler Zufälle, inklusive der Begleitung von ThEx Enterprise, die sie zur Unternehmerin machten.  Stimmer würde alles nochmal so machen.

Genau wie Katja Stimmer ist Frank Junger, Mitgründer von Miraculix, zufrieden mit seiner Entscheidung. Er und seine Mitgründer haben das „Labor für die Hosentasche“ entwickelt – womit erstmals Konzentrationen und Zusammensetzungen psychedelischer Substanzen einfach bestimmt werden können. Eine Empfehlung hat er jedoch für Thüringen: Das Land solle versuchen, die Gründer*innen bereits an den Hochschulen abzuholen und mehr an die Hand nehmen. „Außerdem ist es schwierig, Förderangebote zu durchblicken.“

Doreen Löser-Nestora, die gemeinsam mit ihrem Mann den Shop für griechische Spezialitäten „Alpha Omega“ gründete, würde den Weg in die Selbständigkeit immer wieder gehen. Trotz zahlreicher Stolpersteine, verlor sie nie ihren Mut und formulierte einen Appell an alle Gründungsinteressierten: „Lebe deinen Traum und kämpfe dafür!“

Gründungen finden im Alltag statt

Das ländlich geprägte Thüringen verfügt über keine großen Ballungsgebiete. „Mit diesen Gegebenheiten müssen wir umgehen. Sie sind hilfreich und Herausforderung zugleich“, so Dr. Sabine Awe aus dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft. Sie ist beeindruckt und fasziniert von jeder Persönlichkeit, die den Mut hat, sich selbstständig zu machen. „Deren Nöte und Herausforderungen müssen wir aufgreifen und in die richtige Richtung lenken.“

Thüringen versuche, ein breites Spektrum an Ansprechpartner*innen bereitzustellen, zuerst IHK oder HWK. „Über viele Jahre haben wir erkannt, dass dies nicht reicht. So ist das ThEx mit seinen Projekten entstanden – um zu beraten, informieren und sensibilisieren.“ An diesen Stellen müsse weitergearbeitet und der Instrumentenkasten, den es in Thüringen schon gibt, ausgebaut werden.

Auch Markus Hirche, Leiter der beiden ThEx-Projekte Enterprise und Mikrofinanzagentur, ist überzeugt von den vielen Akteuren, die Ansprechpartner für Gründer*innen sind. „Das ThEx in Erfurt ist der zentrale Anlaufpunkt. Die Pandemie hat aber gezeigt, dass es nur ein Baustein ist. Wichtig ist es, in die Regionen zu kommen, auch um in schwierigen Situationen Vertrauen aufzubauen.“ Intensivieren wollen Enterprise und Mikrofinanzagentur die schon jetzt gute Zusammenarbeit mit weiteren Netzwerken und Akteuren thüringenweit. „Das ist unsere Aufgabe für die Zukunft.“

Über die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren sprach Prof. Dr. Matthias Menter von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seiner Meinung nach müsse Unternehmertum als soziales Gut betrachtet werden, das gefördert werden müsse. „Unternehmertum sollte öffentliche Priorität sein, gleichrangig mit Bildung, Sicherheit, Wohlfahrt, Energie und Gesundheit. Nur, wenn alle beteiligten Akteure an einem Strang ziehen, können Synergiepotenziale gehoben werden“. Dazu müsse man aber die Kernkompetenzen der verschiedenen Player analysieren und überlegen, wie sie sich ergänzen können.

Unternehmertum an Schulen leben

Von ihrem Projekt zur Geschäftsmodellentwicklung einer Social-Media-Agentur in Thüringen erzählten die Schüler Oliver und Julian. Eine Woche lang begleitete ThEx Enterprise eine Gruppe von Schüler*innen des Staatliches Berufsschulzentrum Kyffhäuserkreis bei einer fiktiven Unternehmensgründung. Für die Lehrerinnen Franziska Butz-Arnold und Jasmin Schorcht war dieses Projekt für das Fachgebiet Management unheimlich wichtig. „ThEx Enterprise brachte die Praxis in die Schule. Das ist im normalen Unterrichtsalltag nicht möglich“, so Jasmin Schorcht. „Aber dafür muss einfach Zeit eingeräumt werden.“ Über sich hinausgewachsen seien die Schüler*innen, so Fachlehrerin Franziska Butz-Arnold. „Die Schüler*innen haben sich schnell in Gruppen zusammengefunden und Kompetenz in hoher Geschwindigkeit entwickelt“.  Nicht mehr als Gruppe, sondern als Team seien sie nach der Abschlusspräsentation auseinandergegangen. „Die Mentorinnen von ThEx Enterprise haben geniale Arbeit geleistet. Die Schüler*innen haben einen ganz anderen Blick auf das Unternehmertum erhalten. Für uns war das unheimlich wertvoll.“

Die beiden Schüler Julian und Oliver waren begeistert von der Projektwoche. „Logo, Werbevideo, Webseite, Rechtsformwahl: Wir haben die Aufgabe von Anfang bis Ende durchgezogen“, so Julian. „Es war schön, vom theoretischen Managementunterricht etwas Praktisches umzusetzen“. Auch Oliver hat viel gelernt: „Schwierige Entscheidungen zu treffen und sich mit anderen Gruppen abstimmen, das war am schwersten. Aber wir haben viel gelernt, vor allem über selbstständiges Arbeiten und wie es ist, seine Zeit frei einzuteilen“.

Selbstständig sein und selbstständig machen

Dass Unternehmergeist in Schulen stärker verankert werden muss, gab Prof. Ewald Mittelstädt von der Fachhochschule Südwestfalen zu bedenken. Es bestehe definitiv ein Unterschied zwischen „selbstständig sein“ und „selbstständig machen“. „Selbstständig sein“ sei eine bildungspolitische Aufgabe. Unternehmerisches Denken und Handeln müsse bereits bei jungen Erwachsenen gefördert werden. „Selbstständig machen“ sei dagegen wirtschaftspolitische Aufgabe. Beide Aspekte seien aber eng miteinander verbunden. „Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern tut sich Deutschland schwer, Unternehmergeist in Schulen zu definieren.“ Lehrkräfte seien aber maßgeblich für Bildungserfolg und die Einbettung von Unternehmergeist im Unterricht verantwortlich. Dazu brauche es aber eine Verankerung von Entrepreneurship Education – in Lehrplänen, Fortbildung von Lehrkräften, finanzieller Förderung und Unterstützung aus der Wirtschaft.

Nischen werden sich auftun

Dass die Gründungslandschaft in Bewegung ist, davon ist auch Dirk Wegler überzeugt. „Sie wird definitiv vielfältiger, neue Nischen werden sich auftun, andere dafür schließen“

Wie vielfältig die Gründungslandschaft sein kann, zeigt das Beispiel von Pferdeverhaltenstherapeutin Navina Fröhlich. Ihre Arbeit ist vergleichbar mit der einer Eheberatung. Erst spricht sie mit dem Menschen, dann mit dem Pferd – am Ende mit beiden gemeinsam. „Mir wurde häufig gesagt, dass ich etwas Schönes mache. Schon länger habe ich mich mit dem Gedanken der Selbstständigkeit beschäftigt“, gibt sie zu. Ende 2020 hat sie den Schritt gewagt, Corona habe ihr aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aufgegeben hat sie allerdings nicht, nur auf Sicherheit gesetzt und startet jetzt im Nebenerwerb durch. Fröhlich ist begeistert, was für ein tolles Gründungsökosystem in Thüringen bereits vorhanden ist. „Anfangs wusste ich nicht, zu wem ich mit welchem Anliegen gehe und wer Antwort auf meine Fragen hat. Das ThEx konnte mir da sehr gut helfen.“

Der gleichen Meinung ist Dr. Malek Harba, Gründer und Leiter des Erfurter Zentrums für Sprachen und Integration. Der promovierte Politikwissenschaftler wusste, dass eine Unternehmensgründung nicht einfach wird. „Allerdings wusste ich nicht ob ich fähig bin, meine eigene Idee umzusetzen“. Schlussendlich bin ich auf das ThEx gestoßen und sehr dankbar für die intensive Begleitung.

Lebendiges Gründungsökosystem in Thüringen zu erhalten

 „Thüringen hat schon ein sehr lebendiges Gründungsökosystem, das wir nur erhalten müssen. Wir sind auf einem sehr guten Weg, eine Kultur zu schaffen, in der das Unternehmertum ein fester Bestandteil ist“, zog Markus Hirche sein Fazit des Fachtags. „In den vergangenen Jahren haben wir viel geschafft – und wir werden noch viel mehr schaffen!“

Den bildhaftesten Vergleich zog Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen. „Ein Gründerökosystem stelle ich mir wie ein Aquarium vor. Ein Fisch kann nur schwimmen, wenn das Ökosystem funktioniert und stetig mit neuen Fischarten angereichert wird. Teil dieses funktionierenden Aquariums zu sein, das ist unsere Aufgabe!“

 

 

Gründungs- und Unternehmensreport 2020: Thüringen trotz Corona in Spitzengruppe bei Gründungen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz

Kreativwirtschaft ist eine Schlüsselbranche für Innovation und Transformation in Thüringer Unternehmen

 

Die Nachfrage nach kreativen Leistungen sowie die Innovationsbereitschaft der Kundinnen und Kunden von Kreativschaffenden ist im Verlauf der Corona-Pandemie gestiegen. Das geht aus einer Umfrage der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK) im Rahmen des Thüringer Gründungs- und Unternehmensreports 2020 hervor. Gleichzeitig bleibt Thüringen bei Gründungen von Unternehmen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz bundesweit in der Spitzengruppe – trotz coronabedingter Rückgänge bei den Gründungszahlen. Zudem berichtet der Gründungs- und Unternehmensreport 2020 über flexible und kreative Best Practice-Beispiele von Unternehmerinnen und Unternehmern.

 

Mit dem Schwerpunktthema „Innovations- und Transformationskraft der Thüringer Kreativwirtschaft auf kleine und mittelständische Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie“ zeigt der Report das Innovationspotenzial durch Thüringer Kreativschaffende auf. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass „die Kreativwirtschaft eine Schlüsselbranche für Innovation und Transformationsprozesse in Thüringer Unternehmen ist. Insbesondere in der Corona-Pandemie bildet sie eine wertvolle Ressource für die Gestaltung des digitalen Wandels“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Mit den Erfahrungen des vergangenen Jahres können vollkommen neue Geschäftsmodelle entstehen, die auf die Herausforderungen der Krise und deren Bewältigung reagieren. Insbesondere digitale Geschäftsmodelle stehen hierbei im Fokus, da digitale Angebote auf der Nachfrageseite einen hohen Akzeptanzschub erhalten haben.

 

„Die kreativen Köpfe Thüringens sind wertvolle Innovationskomplizen und verlässliche Reiseführer, um in der aktuell noch sehr unsicheren Situation manövrierfähig zu bleiben. Allerdings sollten noch viel mehr Unternehmen auf kreativwirtschaftliche Expertise setzen und gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen“, sagt THAK Projektleiter Norman Schulz.

 

Gleichzeitig bleibt Thüringen bei Gründungen von Unternehmen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz – also Betriebsgründungen, die von Beginn an mit mehreren Beschäftigten oder als Personen- bzw. Kapitalgesellschaft starten – bundesweit in der Spitzengruppe: Während die Gewerbeanmeldungen im Jahr 2020 insgesamt um 7,2 Prozent auf 10.481 zurückgingen, lag Thüringen bei Betriebsgründungen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz 6,4 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Nach der Stabilisierung der Gründungszahlen im Jahr 2018 und dem leichten Anstieg im Jahr 2019, konnte diese positive Entwicklung während der Corona-Pandemie nicht fortgesetzt werden. „Die konkreten Auswirkungen der Corona-Krise auf das Gründungsgeschehen werden erst dann sichtbar, wenn die Pandemie gesamtgesellschaftlich unter Kontrolle ist. Hierbei sind die Dauer und der damit verbundene Substanzverlust entscheidende Faktoren“, sagt ThEx Leiter Dirk Wegler. Dennoch blickt Minister Tiefensee positiv voraus: „Dass sich das Gründungsland Thüringen weiterhin dynamisch entwickelt, zeigen auch die wieder steigenden Gründungszahlen (+10,7%) in den ersten vier Monaten dieses Jahres.“

 

Mit dem Thüringer Gründungs- und Unternehmensreport legt das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum | ThEx jährlich eine Einschätzung zum Gründungsgeschehen und wichtigen aktuellen Fragen des Unternehmertums in Thüringen und Deutschland vor.

Gründungs- und Unternehmensreport 2020 (473 Downloads)

Sie benötigen gedruckte Exemplare des Gründungs- und Unternehmensreports 2020?

Bitte wenden Sie sich kurz per E-Mail an: info@thex.de

Rückblick: Investor Days Thüringen bringen das Startup-Ökosystem in Schwung

 

Von Cyber-Security bis Smart Farming – die Investor Days Thüringen stellen 64 Zukunftstechnologien von Start-ups und Wachstumsunternehmen aus der ganzen Welt ins Rampenlicht und vernetzen die Gründer*innen mit der VC-Szene. Vier innovative Projekte freuen sich über die Preise für ihren Pitch-Auftritt.

Mehr Informationen und Impressionen finden Sie unter https://investordays-thueringen.de/idt21/

 

„Nordthüringer Gründungsideenwettbewerb “ – Gründer stellten sich der Jury –

Seit mehr als 12 Jahren unterstützt das BIC Nordthüringen Gründer auf Ihrem Weg in die Selbständigkeit.

Angehende Jungunternehmer  mit ihren Konzepten, Ideen und Visionen beteiligten sich im zurückliegenden Jahr am Wettbewerb und 11 Teilnehmer reichten 7 Ideen online ein.

 

Am vergangenen Mittwoch prämierten wir  im BIC Nordthüringen in Sondershausen die besten regionalen Gründungsideen  des Jahres 2020. 

Pandemiebedingt fand die Präsentation erst jetzt unter den zulässigen Corona-Bedingungen und einem entsprechenden Hygienekonzept statt.

 

Der Geschäftsführer der BIC Nordthüringen GmbH, Hans-Georg Müller, konnte auch in diesem Jahr auf die kompetente Bewertung der Ideen   durch Steffi Dirumdam (IHK), Dr. Kareen Schlangen (HS Nordhausen) und Anke Hartung (ThEx Enterprise) vertrauen.

 

In diesem Jahr wurden 2 Preise vergeben.

Über den 1. Preis und ein Preisgeld von 500,00 € freute sich das Team „Umweltheld“ aus der Hochschule Nordhausen.

Die 3 Studierenden Madlen Deutsch, Arne Jakob Voigt und David Welz präsentierten eine Suchmaschine für nachhaltige Produkte, die über eine Website und ein App erreichbar ist. Auf dieser Plattform sollen nachhaltige Produkte aus verschiedenen Onlineshops vergleichbar gemacht werden.

 

Lisa Schäfer, Gewinnerin des 2. Preises und 300,00 €, überzeugte die Jury mit ihrer Gründungsidee „freiraum“.

Sie arbeitet an der Schaffung verschiedener Co-Working Räume im ländlichen Raum. Gedacht sind diese als Alternative zum ortsabhängigen Arbeiten bzw. zum Home-Office.

 

Die Preisgelder wurden dankenswerter Weise  von der Kreissparkasse Nordhausen und der Sparkasse Unstrut-Hainich gesponsert.

 

Alle Teilnehmer erhielten ein Feedback und eine sachkundige Einschätzung zum Potenzial ihrer Ideen. Außerdem werden sie im Rahmen des Projektes durch gezieltes Ideencoaching, Geschäftsmodellentwicklung, Seminare und Workshops unterstützt.

Alle wichtigen Informationen, auch zum geplanten Wettbewerb 2021/2022, gibt es  im  BIC Nordthüringen Sondershausen (03632/66 55 200) sowie in Kürze auf unserer Internetseite  www.bic-nordthueringen.de

Pitch- und Prämierungsveranstaltung im BIC in Sondershausen
v.l. David Welz, Madlen Deutsch, Arne Jakob Voigt, Lisa Schäfer

Startschuss für den ThEx AWARD – Der Thüringer Gründungspreis 2021

Der ThEx AWARD – Der Thüringer Gründungspreis startet in die nächste Runde. Alle Gründerinnen und Gründer, Startups und Unternehmen sind aufgerufen, sich für den diesjährigen ThEx AWARD zu bewerben. Der ThEx AWARD wird durch das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) ausgerichtet. Die Preisgelder in Höhe von 71.000 Euro werden vom Thüringer Wirtschaftsministerium bereitgestellt.

Der ThEx AWARD wird in vier Kategorien vergeben:

  • Kategorie 1: GRÜNDEN für die besondere Geschäftsidee,
  • Kategorie 2: DURCHSTARTEN für Startups und junge Unternehmen mit einer besonderen Entwicklung,
  • Kategorie 3: NACHFOLGEN für die besondere und erfolgreiche Unternehmensübernahme.
  • Zudem wird in einer vierten Kategorie eine Gründerin oder eine Unternehmerin als

IMPULSGEBERIN gewürdigt.

Innovative Geschäftsideen und Unternehmensgründungen sind für die Thüringer Wirtschaft von besonderer Bedeutung. „Jede Gründerin und jeder Gründer trägt mit der eigenen Unternehmung – ganz gleich ob Startup, Unternehmensnachfolge oder Existenzgründung – zur positiven Entwicklung der Wirtschaft bei. Diese guten Beispiele wollen wir mit dem ThEx AWARD unterstützen und würdigen“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

„Gründerinnen und Gründer sowie mittelständische Unternehmen sollen in Thüringen optimale Bedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten vorfinden und sich entfalten können. Der Freistaat braucht in diesen ungewöhnlichen Zeiten den frischen Unternehmergeist mehr denn je“, sagte ThEx-Leiter Dirk Wegler.

 

Die Kategorien im Überblick

In der ersten Kategorie GRÜNDEN werden die besten Gründungsideen gesucht. Teilnehmen kann jeder mit einer neuen Geschäftsidee, der nach dem 1. Januar 2020 ein Unternehmen gegründet hat oder sich derzeit in der Gründungsvorbereitung befindet.

In der zweiten Kategorie DURCHSTARTEN werden erfolgreiche Startups und Jungunternehmen gesucht. Diese Unternehmen sollen nach dem 01.01.2016 gegründet worden sein und sich wirtschaftlich gut entwickelt haben. Aber auch Antworten auf Fragen von besonderer Verantwortung und mutigen Wegen in der Unternehmensentwicklung spielen in dieser Kategorie eine Rolle.

In der dritten Kategorie NACHFOLGEN werden Unternehmerinnen und Unternehmer gesucht, die im Rahmen der Unternehmensnachfolge ein bestehendes Unternehmen übernommen und diese unternehmerische Herausforderung erfolgreich bewältigt haben. Bewerben können sich alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die nach dem 01.01.2011 in Thüringen eine Firma übernommen haben.

In der vierten Kategorie IMPULSGEBERIN wird aus allen eingesandten Bewerbungen der Kategorien 1 bis 3 eine Gründerin bzw. eine Unternehmerin ausgezeichnet, welche aufgrund ihrer Geschichte, Tätigkeit oder Vision einen besonderen Impuls in und für Thüringen gesetzt hat.

Der ThEx AWARD wird vom Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) unter Federführung der Industrie- und Handelskammer Erfurt ausgelobt. Die Angebote des ThEx werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Thüringen gefördert. Die Preisgelder werden vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft gestiftet.

Gesponsert und unterstützt wird der ThEx AWARD in diesem Jahr von:
bm|t, Thüringer Aufbaubank, Sparkasse Mittelthüringen, Wirtschaftsspiegel Thüringen, Bürgschaftsbank Thüringen, MBG Thüringen, dem Ostdeutschen Bankenverband e.V.  und FTVT.

Bewerbungsschluss ist der 9. September 2021. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online unter: www.thex-award.de.