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Julia Pudenz, selbstständige Datenschutzbeauftragte

Im Interview: Julia Pudenz von Juno “Datenschutz auf Augenhöhe” aus Gotha.

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Ich berate und überwache Unternehmen zu allen datenschutzrelevanten Themen und stelle mit ihnen einen effektiven Schutz von A-Z von personenbezogenen Daten sicher. Die Benennung als Datenschutzbeauftragte für Unternehmen, das Durchführen von Audits, die beratende Unterstützung, Website-Checks und Anpassung von Internetauftritten (Websites, Online-Shops, Social- Media- Kanäle etc.), wie auch u.a. das Schulen von Mitarbeitern, gehört zu meinem Berufsalltag.

 

Was macht dir besonders viel Spaß im Job?

Kein Unternehmen ist gleich und hinter jeder Ecke kann eine Herausforderung warten- Langeweile gehört somit (trotz vielleicht trocken- scheinendem Thema ) nicht zu meinem Alltag. Es sind die Menschen in den Unternehmen, mit denen ich arbeiten und die ich kennenlernen darf, welche es zu etwas besonderem machen. Ich kann ihnen helfen ihr Unternehmen datenschutzkonform zu machen und somit einen Mehrwert schaffen.

 

Was heißt eigentlich Datenschutz bzw. was sind personenbezogene Daten?

Unter Datenschutz versteht man den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch, oft im Zusammenhang auch mit dem Schutz der Privatsphäre. Heutzutage wird der Mensch immer gläserner: ob Social Media, Apps oder Alexa – man gibt so viel von sich preis, was manch einem noch gar nicht bewusst ist. Sowohl die IP- Adresse, die Telefonnummer, die Kreditkarten- oder Personalnummern einer Person, die Kontodaten, ein Kfz-Kennzeichen, das Aussehen, oder die Anschrift gehört zu personenbezogenen Daten.

Andere personenbezogene Daten aus denen z.B. rassische oder ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen einer Person hervorgehen; eine Gewerkschaftszugehörigkeit; Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder zur sexuellen Orientierung einer Person, sind so sensibel, dass Sie besonders schützenswert sind.

 

Welches Unternehmen hat denn keine personenbezogenen Daten?

Das gibt es schlichtweg nicht. Jedes Unternehmen hat in irgendeiner Form welche, z.B. Emailaustausch – schon allein eine persönliche Emailadresse zählt hierzu. Ob im B2B- oder B2C- Bereich: Man hat immer mit Menschen zu tun (und deren Kontaktdaten etc.), nicht mit Maschinen.

 

Was muss ich als Gründer:in in Sachen Datenschutz ganz allgemein berücksichtigen? 

Es kursiert noch oft der Irrglaube, dass man nur eine:n Datenschutzbeauftragten, wie auch die Dokumentation (AVV, TOMs etc.) hierzu, benötigt, wenn in einem Unternehmen mindestens 20 Mitarbeiter regelmäßig mit der automatisierten Datenverarbeitung (Erhebung und Nutzung) beschäftigt sind. Unabhängig hiervon gilt die Pflicht zur Benennung einer/s Datenschutzbeauftragten jedoch auch dann, wenn besondere Arten von personenbezogenen Daten (z. B. über politische/religiöse Überzeugungen, Ethnie/Rasse, Gesundheit, Sexualleben) verarbeitet werden oder wenn die Kerntätigkeit des Unternehmens in der Erhebung, Verarbeitung, Nutzung oder Übermittlung von personenbezogenen Daten liegt.

Die Dokumentation, wie auch die Umsetzung der DSGVO spielt für jede:n Gründer:in eine Rolle!

Fazit: Nicht passiv hoffen das man „unter dem Radar“ bleibt, sondern proaktiv handeln!

 

Mit welchen Strafen muss man bei Verstößen gegen den Datenschutz rechnen?

Allgemein bekannt sind  die Geldbußen von bis zu 20 Millionen EUR oder bis zu 4 % des weltweit erwirtschafteten Jahresumsatzes im vorangegangenen Geschäftsjahr. (Je nach Bemessungskriterien wir der Wert angewendet, der höher ist.) Jedoch darf man auch folgende Dinge, neben den Bußgeldern, nicht außer Acht lassen: Imageverlust, Schadensersatzansprüche, Strafrechtliche Sanktionen.

 

Was ist deine Erfahrung mit Mentoring? Alternative Frage: Warum ist Mentoring eine feine Sache?

Mentoring ist m. E. ein wichtiger Bestandteil im Geschäftsleben. Als Mentorin finde ich es spannend einen Weg begleiten zu dürfen, neue Ansätze zu fördern, Potenzial des Mentee mit auszubauen, einfach da zu sein und mit kleinen Tipps weiterhelfen zu können. Auch ich habe mir zu Beginn meiner Gründung einen Mentor gesucht. Für meinen Teil ist es ein Stück Sicherheit im Kopf, wenn ich mal ratlos bin oder die Scheuklappen aufhabe, dann hilft er mir auf die Sprünge, ist für mich da, gibt mir Tipps – sowohl praktisch auch als fachlich.

 

Was wäre, wenn deine Eltern deinen Beruf gewählt hätten?

 Gott sei Dank ist das ganz weit weg von der Realität. Spannend wäre es auf jeden Fall.

 

Welches Buch würdest du empfehlen?

„Das Cafè am Rande der Welt“

John Strelecky begleitet mich seit Jahren mit seinen Werken und hat mich auf charmante Art und Weise auf „meinen Weg“ gebracht.

 

Welchen Tipp hättest du dir am Anfang gewünscht?

Theorie ist notwendig zum Gründen aus bürokratischer / offizieller Sicht – jedoch ist es der Mensch und der praktische Part hinter der Idee, welche über Erfolg bei der Gründung entscheidet. Mut und über den Tellerrand denken, zahlt sich immer aus .

 

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