Mit Lachyoga den Stress weglachen

Eine Gründung ist kein Ritt über den Ponyhof. Es gibt gute Tage, aber auch so richtig schwierige Tage, an denen Nix gelingen will und der Stress die Oberhand gewinnt. Birgit Neubert, ihrerseits Lach-Yogi, weiß, wie man die Sache mit Lachen in den Griff bekommt und verrät es uns im Interview. Vorweggenommen: Wer Lachyoga selbst ausprobieren möchte, der kann sich für unser Online-Seminar anmelden. Aber Vorsicht – man sollte Humor hierfür haben.

Woher kommt Lachyoga?

Die Methode des Lachyoga wurde 1995 von dem Arzt Dr. Madan Kataria aus Mumbai in Indien entwickelt. Sie basiert auf den zahlreichen Erkenntnissen über die positiven Wirkungen des Lachens und arbeitet mit dem Prinzip, dass auch schon ein „gespieltes“ Lachen positive Emotionen und Körperreaktionen hervorrufen kann. Unabhängig von Witzen oder der aktuellen Stimmung kann dadurch das Lachen ausgelöst und regelrecht trainiert werden. Die Methode hilft gegen Stress, beugt Krankheiten vor und verhilft langfristig zu einer positiveren Lebenseinstellung.

Was hat es mit Yoga zu tun?

Lachübungen werden mit tiefer Yoga-Atmung (Pranayama-Yoga) kombiniert werden. Dadurch nimmt der Körper mehr Sauerstoff auf und wir fühlen uns vitaler und gesünder.

Für wen ist Lachyoga geeignet?

Für jeden, der die sich darauf einlassen kann und Lust auf’s Lachen mitbringt.  Lachyoga lebt vom aktiven Mitmachen, weniger vom Zuschauen. Die Methode wird in vielen Bereichen eingesetzt: im therapeutischen bzw. gesundheitspräventiven Kontext, hauptsächlich in Gesundheitszentren, Seniorenheimen, Kliniken, Praxen und Firmen. Auch wird es als Element bei Kongressen, Tagungen und Feierlichkeiten eingebaut und in sogenannten „Lachclubs“ – hiervon gibt es allein über 200 in Deutschland – praktiziert.

 Was passiert beim Lachen im Körper? Warum entspannt man dabei?

Das Konzept des Lachyoga basiert auf der wissenschaftlichen Tatsache, dass der Körper nicht zwischen einem absichtlichen und einem spontanen Lachen unterscheiden kann. Der physiologische und psychologische Nutzen ist der Gleiche.

Wir beginnen mit dem absichtlichen Lachen als eine Form von Körperübung in einer Gruppe mit anderen Menschen. Mit Blickkontakt und etwas kindlicher Verspieltheit wird aus dem zuerst willkürlichen Lachen häufig ein spontanes Lachen, da Lachen ansteckend ist.

Hast du dir die Übungen selbst ausgedacht – hast du einen entsprechenden Hintergrund?

Die meisten Übungen habe ich in meinen Aus- und Weiterbildungen gelernt. Es gibt aber auch welche, die ich selbst entwickelt habe. Kreativität ist hier gefragt. Es gibt einige Hundert Übungen und es kommen immer wieder neue hinzu.

Welche drei schnellen Übungen kannst du Gründern im stressigen Alltag empfehlen?

INS FÄUSTCHEN LACHEN: Man ballt die Hand zu einer Faust, öffnen sie immer wieder einen kleinen Spalt, um hineinzulachen. Am Schluss wird die Faust ganz geöffnet und es ertönt ein schallendes Gelächter.

GEGEN WINDMÜHLEN KÄMPFEN: Man stellt sich vor, man hätte ein Schwert in der Hand. Damit macht man einen Ausfallschritt nach vorn und lacht so, als würde man gegen Windmühlen kämpfen.

SICH AUF DIE SCHULTER KLOPFEN: Sich anerkennend auf die Schulter klopfen, mal rechts, mal links und mal gleichzeitig. Dabei anerkennend lachen.

Wie oft sollte man lachen, bzw. diese Übungen machen?

Am besten jeden Tag, wann immer es die Situation erlaubt. Wenn man merkt, die Stimmung sinkt, kann man so dagegen steuern. Ich kann mich dem Ärger hingeben oder ich kann den Kurs ändern. Das liegt bei jedem selbst. Es entfalten sich einige positive Auswirkungen von Lachyoga erst, oder in nennenswerter und langfristiger Art und Weise, bei regelmäßiger Anwendung. Einmaliges Joggen verbessert ja auch noch nicht die Kondition.

Wie lange hält der Effekt an?

Wenn man eine halbe Stunde gelacht hat, so hält der Effekt noch 24 Stunden im Nachhinein an. Es ist also immer eine Investition in den ganzen Tag.

Wie motivierst du Teilnehmer, die hier nicht mitgehen?

Lachyoga ist immer freiwillig. Und: es wird niemand ausgelacht, das ist ganz wichtig. Jeder lacht, wie es ihm gut tut. Das muss nicht immer laut sein. Da Lachen bekanntlich ansteckend ist, dauert es oft nicht lange, bis der letzte in der Runde vom Lachen und meiner Art zu lachen, angesteckt ist. Dem konnte sich bisher keiner entziehen.

Wo gibst du deine Seminare und was kostet das?

Meine Seminare finden überall in Thüringen statt, Lachyoga-Treffen hauptsächlich in Eisenach und Umgebung. Die Kosten richten sich nach Art und Umfang des Auftrages.

Wen würdest du gern mal zum Lachen bringen?

Jeden, der die Lust zum Lachen mitbringt, denn nur so geht’s. Lachen ist eine Lebenseinstellung. Ich glaube da können wir ganz viel von den Kindern lernen, denn die lachen bis zu 400 Mal am Tag. Oftmals auch ohne Grund. Lachen bedeutet nicht, dass wir den Ernst des Lebens aus den Augen verlieren. Beides kombinieren wäre doch toll.                 

Wer nun neugierig geworden ist, der kann mit unserem Lachyoga-Kurs gleich loslegen.