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Der Pop-up-Store | F11 in Erfurt stellt sich vor

Häufig sind die meist jungen Menschen bereits ‘online auf dem Markt’, möch­ten jedoch auch die eigene Region mit ihren Produk­ten erreichen – nach der Devise ‘groß denken – breit aufstellen’. Die Schwierigkeit: Dem Ideen­poten­tial und der Möglich­keit, die Produkte auf den Markt zu bringen, steht häufig die Einkommensun­sicher­­heit in der Anfangsphase ge­gen­über. Die Stadt Erfurt trägt mit räum­lichen Stand­orten/ Treff­punkten für Grün­der, Start-ups und die, die es noch werden wollen, dazu bei, gute Vor­aussetzungen für einen Start in den lokalen Markt zu schaffen. Eines dieser Projekte ist der ‘Pop-Up-Store | F11’.  Was das für Gründer in Thüringen heißt, hat uns der Vermieter, Wolgang Jentz, vom Erfurter Amt für Wirtschaftsförderung im Interview erzählt.

Was ist der Pop-up-Store, wo ist der Laden, wie groß ist er und warum heißt der so?

Mit dem „Pop-up-Store | F11“ schafft die Stadt Erfurt eine Erprobungsmöglichkeit für Existenzgründer und Start-ups auf dem lokalen Markt – dies in exponierter Lage in der Innenstadt, am Fischmarkt 11. Die 100 Quadratmeter große Ladenfläche stellt eine Versuchsplattform im Einzelhandelsgeschäft dar und kann für einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bis zu maximal drei Monaten gemietet werden.

Wie lange im Voraus muss man sich auf den Laden bewerben und wie lange kann man ihn mieten?

Aktuell kann man sich für das erste Halbjahr 2021 bewerben. Die Fristen haben eine gewisse Vorlaufzeit. Für die zweite Jahreshälfte 2020 endete die Frist für Bewerbungen am 31.05.2020. In diesen Tagen erfolgt die Bewerberauswahl durch eine Jury des Amtes für Wirtschaftsförderung.

Welche Voraussetzungen müssen Gründer erfüllen, die sich hier bewerben wollen?

Es soll sich um ein Start-up bzw. eine Firmenneugründung mit innovativen Produktideen handeln. Ein bestehender Online-Handel ist zulässig.

Kann man den Laden auch gemeinsam nutzen?

Eine oder mehrere Kooperationen mit themennahen Gründern sind zeitgleich möglich. Ein wichtiges Kriterium ist, dass die ‘Chemie’ zwischen den Mietern stimmt. So sind schon viele schöne Synergien im F11 entstanden – neben wirtschaftlichen Verbindungen auch einige gute Freundschaften.

Gibt es Branchen, die für den Laden nicht zugelassen sind?

Ein bereits bestehendes Unternehmen mit festem Firmensitz und bereits vorhandener Einzelhandelsverkaufsfläche entspricht nicht der Zielgruppe des Pop-up-Stores. Vielmehr sollen Jungunternehmer und Existenzgründer eine Plattform für ihre Produktideen auf dem lokalen Markt erhalten.

Wie hoch ist die Miete?

Der Mietpreis beträgt 100 Euro pro Woche zzgl. einer Nebenkostenpauschale in Höhe von 30 Euro pro Woche.

Was ist im Laden vorhanden?

Nach dem Motto “Wie gemietet – so verlassen” sind die Mieter für die Raumausstattung selbst verantwortlich. Dies gilt auch für W-LAN und GEMA.

Mit wie viel Laufkundschaft können die Mieter rechnen?

Der Pop-up-Store am Fischmarkt 11 liegt zentral in der Erfurter Altstadt inmitten der Fußgängerzone zwischen Domplatz und Fischmarkt. Zwei große Schaufenster zum Dekorieren sowie die Lage begünstigen eine hohe Frequenz durch die Laufkundschaft. Viele haben den stetigen Wechsel der Kreativen im F11 erkannt und kommen regelmäßig zum Stöbern vorbei.

Ist einem Gründer nach der Nutzung der große Durchbruch gelungen und hat einen eigenen Laden in Erfurt angemietet?

Ja, es gibt Gründer, die sich nach der Erprobungszeit im Pop-up-Store nun den Traum vom eigenen Laden in Erfurt erfüllt haben:

Die Gründerin Mone Luhn hat es geschafft und betreibt mit ihrem Start-up “Maboni” – der mitwachsenden Bio-Mode für Kinder – ein eigenes Ladengeschäft auf der Krämerbrücke.

Die kreative Papier-Knick-Kunst von Nico Reinhardt und Claudia Beck gab es bisher nur online und in der zurückliegenden Weihnachtszeit im Pop-up-Store zu bestaunen. Ab Juli/August diesen Jahres zieht die Qnik-Papeterie ebenfalls in einen eigenen Laden auf der Krämerbrücke ein.

Außerdem eröffnet die Mieterin Kathleen Wedekind, die im Frühjahr diesen Jahres als “Fräulein Klimperkram” mit einem Angebot an Naturseifen in Bioqualität aus der eigenen Seifensiederei, Schreibwaren aus holzfreiem Naturpapier und Töpferwaren aus der eigenen Werkstatt in Erfurt zu Besuch war, in Kürze ihren eigenen Laden in Bad Frankenhausen.

Gibt es ein solches Konzept auch in anderen Städten Thüringens?

Neben dem Pop-up-Store in Erfurt gibt es auch einen Store in Jena, Altenburg und Mühlhausen. Häufig fehlt es wohl an der passenden Räumlichkeit.

Du möchtest dich für den Pop-up-Store bewerben? Dann nutze bitte diesen Link.