Thüringer Gründer- und Unternehmerreport 2019: Gründungen mit Substanz acht Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt

Parallel zum KfW-Gründungsmonitor veröffentlicht das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) den Gründer- und Unternehmerreport 2019. Demnach gab es im vergangenen Jahr in Thüringen 11.281 Gewerbeanmeldungen. Damit verzeichnet der Freistaat erstmals seit 2013 einen leichten Anstieg bei den Gründungszahlen um +0,9 Prozent. Bei Betriebsgründungen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz liegt Thüringen sogar 8,1 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt und erreicht erstmals einen Wert über der 30 Prozentmarke. Erfreulich: mit 28 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner liegt der Freistaat Thüringen deutlich über dem ostdeutschen Durchschnitt (14).

Grund des Erfolgs: Thüringen bietet für Gründerinnen und Gründer eine hervorragende Vernetzungslandschaft und die bestmögliche Unterstützung. Wichtig ist hierbei auch das Angebot zur Sicherung von Unternehmensnachfolgen. “In nächster Zeit ist durch die Corona-bedingten verschlechterten Chancen am Arbeitsmarkt mit steigenden Gründungszahlen zu rechnen. Damit steigt auch die Zahl potentieller Jungunternehmer, die sich mit der Übernahme eines Unternehmens die Existenzgründung sichern. Auch auf dem Feld der Nachfolge steht die IHK Erfurt gemeinsam mit dem ThEx als starker Partner zur Verfügung,“ so Dr. Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt.

Durch die Corona-Krise und deren Einschränkungen für das wirtschaftliche Handeln sind die Prognosen für die Entwicklung des Gründungsgeschehens allerdings sehr unsicher geworden. „Dem können wir nur begegnen, indem wir auf die Entwicklungen mit unseren Angeboten für Gründer, Start-ups und Unternehmen flexibel reagieren, persönliche und digitale Unterstützungsangebote zeitgemäß weiterentwickeln und ein positives Gründer- und Unternehmerbild noch verstärkter in Öffentlichkeit zeigen“, so Dirk Wegler, Leiter des ThEx.

Thüringen setzt auf öffentliches Beteiligungskapital

Um neu entwickelte Technologien auf den globalen Märkten konkurrenzfähig zu machen, setzt Thüringen erfolgreich auf öffentliches Beteiligungskapital. Vor allem die bm | t beteiligungsmanagement thüringen gmbh hat in den letzten Jahren in erheblichem Umfang Kapital der öffentlichen Hand und institutioneller Investoren in Unternehmen investiert.

„Thüringen bietet bereits in der frühen Gründungsphase Risikokapital für Start-ups an und liegt dabei deutschlandweit mit an der Spitze“, sagt Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Der bm | t ist es im Jahr 2019 laut Gründer- und Unternehmerreport gelungen, 26 Unternehmen mit eigenem Kapital als auch mit Co-Investments zu unterstützen und so einen wichtigen Hebel für Unternehmensgründungen zu schaffen. „Die bm | t realisierte in den vergangenen Jahren einen erfolgreichen Börsengang an die Nasdaq, verkaufte ein Start-up an einen Konzern im Silicon Valley und zeigt damit, dass hervorragende Technologen aus Thüringen am Weltmarkt bestehen können“, so Tiefensee weiter.

Seit 2012 hat die bm | t aus den verwalteten Fonds insgesamt 158 Investments in der Start-up- und Wachstumsphase mit einem Gesamtvolumen von 141 Millionen Euro getätigt. „Gemessen am öffentlichen Beteiligungskapital im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt liegt Thüringen auch im Bundesländervergleich ganz vorn“, sagt bm | t Geschäftsführer Kevin Reeder.

Mit dem Gründer- und Unternehmerreport Thüringen 2019 legt das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum | ThEx jährlich eine Einschätzung zum Gründungsgeschehen und wichtigen aktuellen Fragen des Unternehmertums in Thüringen und Deutschland vor.