GRÜNDERWISSEN: Krankenversicherung für Selbstständige – die Qual der Wahl

Privat oder gesetzlich versichert: Selbstständigen stehen beide Optionen offen. Da diese Entscheidung eine der wichtigsten ist, sollten sich Gründer und Gründerinnen sorgfältig über Vor- und Nachteile informieren.

Generell besteht in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht – diese gilt für Angestellte wie auch für Selbstständige. Der Unterschied: Selbstständige können zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) wählen.

Privat oder gesetzlich?

Zwar ist bei einem Arbeitnehmer der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) auch möglich, aber nur, wenn die Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. Diese liegt ab dem 1.1.2020 bei einem jährlichen Arbeitsentgelt von ungefähr 62.550,00 Euro.

Welches System die persönlichen und beruflichen Bedürfnisse von Selbstständigen am besten erfüllt, ist nur nach einem ausführlichen Vergleich zu ermitteln.

Beachten sollte man Folgendes:

Die Höhe des Beitrags zur GKV hängt vom Einkommen ab. Selbstständige mit geringem Einkommen (bis zu 1.142 Euro pro Monat) zahlen 171 Euro monatlich. Dieser Beitrag wird vorläufig festgesetzt und nach jährlicher Vorlage des Einkommensteuerbescheides für die Vergangenheit korrigiert.

Bei der PKV spielt die Höhe des Einkommens keine Rolle. Hier bemisst sich der Beitrag nach dem Risiko der Versicherten bei Versicherungsabschluss. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem aber vom Eintrittsalter und der individuellen Invaliditäts- und Krankheitsgefahr, sprich der persönlichen Gesundheitssituation. Zudem ist der gewünschte Leistungsumfang für die Prämienhöhe entscheidend. Allerdings müssen alle privaten Krankenversicherungsunternehmen einen Basistarif anbieten.

Rückkehr in die GKV?

Die Prämien in der PKV werden entsprechend dem Wert des Versicherungsschutzes risikogerecht festgesetzt. Das geht mit fortschreitender Versicherungsdauer mit teils stark steigenden Beiträgen einher. Da erscheint es verlockend, in die GKV zurückzukehren. Ein Wechsel ist für Selbstständige aber nur möglich, wenn sie ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis annehmen. Das Einkommen muss jedoch unter der Versicherungspflichtgrenze liegen. Für Personen über 55 Jahren ist ein Wechsel nahezu ausgeschlossen.

Existenzgründer haben drei Monate Zeit, sich für ein Krankenkassensystem – privat oder gesetzlich –  zu entscheiden. Unabhängig davon müssen Selbstständige ihre Krankenkasse über ihren aktuellen Status auf dem Laufenden halten – auch wenn Sie bereits eine Nebentätigkeit ausführen.

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums unter

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/online-ratgeber-krankenversicherung/krankenversicherung.html