GRÜNDER-WISSEN: Welche Rechtsform soll es sein?

Spätestens im Geschäftskonzept kommt sie auf, die Frage nach der Rechtsform. Eins vorweg: Es gibt weder die richtige noch die optimale Rechtsform. Erscheint ein Einzelunternehmen zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht die richtige Wahl, kann das in zwei Jahren schon anders aussehen.

Fakt ist: Sie müssen sich entscheiden.

Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist das Einsteigermodell unter den Rechtsformen. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn entschieden sich drei von vier Existenzgründern für ein Einzelunternehmen. Besonders geeignet ist es für Kleinunternehmer, Handwerker, Dienstleister oder Freiberufler. Und nein: in einem Einzelunternehmen ist man nicht zwangsläufig allein, man kann auch Mitarbeitende einstellen. Vorteil eines Einzelunternehmens: Es ist kein Mindestkapital notwendig, allerdings haftet der Betriebsinhaber unbeschränkt mit seinem gesamten Vermögen, auch privat.

Personengesellschaften

Der Name verrät es schon: Zu einer Personengesellschaft schließen sich mehrere Partner  zusammen. Eine einfache Form ist die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR). Mindestens zwei Gewerbetreibende vereinbaren in einem formlosen Gesellschaftsvertrag die Gründung einer GbR. Beide Partner haften für ihre Verbindlichkeiten gleichermaßen, geschäftlich und persönlich.

Das Pendent der GbR für die freien Berufe ist die Partnergesellschaft (PartG). Mindestens zwei Gesellschafter, formloser Vertrag, kein Mindestkapital. Die Besonderheit liegt in der Haftung: War nur ein Partner mit einen Auftrag beschäftigt, haftet nur er für daraus entstandene berufliche Fehler.

Offene Handelsgesellschaft (OHG), Kommanditgesellschaft und GmbH & Co. KG komplettieren die Riege der Personengesellschaften.

Kapitalgesellschaften

Einer der Gründe, warum sich viele Gründer für die Kapitalgesellschaft entscheiden: Die Angst vor der persönlichen Haftung. Denn die ist – im Grundsatz und mit Ausnahmen –  bei der Kapitalgesellschaft ausgeschlossen. Die Haftung für geschäftliche Aktivitäten beschränkt sich im Regelfall nur auf die Höhe ihrer Kapitaleinlage. Die bekannteste Kapitalgesellschaft ist die GmbH, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Für Gründer kleiner Unternehmen, die die Haftung beschränken wollen, eignet sich auch die Unternehmergesellschaft (UG) haftungsbeschränkt.

Je nach Wahl der Rechtsform entstehen unterschiedliche Konsequenzen,  rechtlich, steuerlich und finanziell.

Aber Achtung: Vor der Wahl der Rechtsform sollten Sie sich professionelle Beratung holen. Das können Sie zum Beispiel beim Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater.  Hier kann im Einzelfall geprüft werden, welche Rechtsform geeignet ist.