Das „Landhaus Posenmühle“ in Knau: Hier sollen Kinder ein Zuhause mit Herz finden – Eröffnung im Sommer

Die Posenmühhle im ostthüringischen Knau war schon immer eine Heimat für Kinder. Nach ihrer Stilllegung wurde die Mühle bis 1990 als Ferienheim der Deutschen Reichsbahn genutzt. Und auch danach waren dort Kindergruppen und Schulklassen zu Gast. An diese Tradition wollen Sandra Tot und ihr Ehemann jetzt anknüpfen. In einer stationären Kinder- und Jugendeinrichtung bieten sie bis zu acht Kindern und Jugendlichen ab dem Schulalter Platz. Das Ehepaar Tot wohnt mit im Gebäude, um den Kindern eine familienähnliche Struktur bieten zu können. Eine Hauswirtschaftskraft kümmert sich um die gemeinsamen Mahlzeiten, Erzieher und Sozialarbeiter betreuen die Bewohner.

„Durch die Förderung des Europäischen Sozialfonds und des Freistaats Thüringen haben wir bereits einige wichtige Fortschritte erzielt. Wir haben beispielsweise kürzlich den Thüringer Gründungsideen-Wettbewerb gewonnen. Mit dem Preisgeld konnten wir die Einrichtung für den Freizeitraum kaufen.“ Darüber hinaus konnte das „Landhaus Posenmühle“ von einer Begleitung durch den ThEx-Verbund und vom Thüringer Mikrokredit profitieren.

Mit Hilfe des sogenannten Crowdfundings konnte Familie Tot bereits erste private Unterstützer finden, die sich ideell und mit kleinen finanziellen Beiträgen am Projekt beteiligen. Von dem Geld hat der Kinderheim-Husky seine Ausbildung zum Therapiehund machen dürfen und mit Bestnote bestanden. Er hatte seine Familie verloren und war ganz auf sich gestellt. Im „Landhaus Posenmühle“ hat er nun ein neues Zuhause gefunden. Hier fühlt er sich geborgen und sichtlich wohl.

Geht die Klingel an dem Fachwerkhaus, dann kommt er sogleich angetrabt und schaut neugierig. „Wir bekommen hier nicht viel Besuch“, begründet Sandra Tot mit einem Lächeln, und streichelt den Husky. Das glaubt man gern, liegt ihr Kinderheim doch inmitten grüner Wiesen und Wälder, neben alten Bahnschienen murmelt ein Bach und hinter dem Haus stehen Schafe.

Diese Postkartenidylle war es auch, erzählt sie weiter, die den Ausschlag für die Gründung des Sozialunternehmens gegeben hat. „Wir möchten hier einen Ort schaffen, an dem die Kinder durchatmen können, zur Ruhe kommen und wieder Kinder sein“. Die Wiesen sind zum Toben da, der Wald zum Entdecken, ein kleiner Gemüse- und Kräutergarten und die Tiere der Einrichtung sollen das Interesse an der Natur wecken.

Das Landhaus Posenmühle blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, einst war es ein Ferienort, später Schullandheim und zuletzt eine Pension. Den Charakter der Gästezimmer hat man bei der Neugestaltung beibehalten und so verfügt jedes der Kinderzimmer über ein eigenes Badezimmer. Jeder der Räume ist in einem anderen Farbton eingerichtet und einem der Haustiere zugeordnet. Die Wände im roten Zimmer etwa zieren Fotografien von Kater Maurice, die Schafe Jule, Daisy und Dolly hängen als Fotos an der Wand im grünen Zimmer.

Größere oder besondere Anschaffungen bedürfen immer zusätzlicher Gelder. Aktuell sammelt die gemeinnützige Organisation über die Crowdfunding-Plattform betterplace.org für ein großes Fahrzeug, um mit allen Bewohnern und Therapiehund Nanuk gemeinsame Ausflüge unternehmen zu können. Erste Mitarbeiter wurden ebenfalls bereits gefunden – weitere werden für die Kinderbetreuung noch gesucht.

Wer die gemeinnützige Einrichtung finanziell unterstützen oder sich bewerben möchte, findet Informationen auf www.posenmühle.de