Gründungs- und Unternehmensreport 2020: Thüringen trotz Corona in Spitzengruppe bei Gründungen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz

Kreativwirtschaft ist eine Schlüsselbranche für Innovation und Transformation in Thüringer Unternehmen

 

Die Nachfrage nach kreativen Leistungen sowie die Innovationsbereitschaft der Kundinnen und Kunden von Kreativschaffenden ist im Verlauf der Corona-Pandemie gestiegen. Das geht aus einer Umfrage der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK) im Rahmen des Thüringer Gründungs- und Unternehmensreports 2020 hervor. Gleichzeitig bleibt Thüringen bei Gründungen von Unternehmen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz bundesweit in der Spitzengruppe – trotz coronabedingter Rückgänge bei den Gründungszahlen. Zudem berichtet der Gründungs- und Unternehmensreport 2020 über flexible und kreative Best Practice-Beispiele von Unternehmerinnen und Unternehmern.

 

Mit dem Schwerpunktthema „Innovations- und Transformationskraft der Thüringer Kreativwirtschaft auf kleine und mittelständische Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie“ zeigt der Report das Innovationspotenzial durch Thüringer Kreativschaffende auf. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass „die Kreativwirtschaft eine Schlüsselbranche für Innovation und Transformationsprozesse in Thüringer Unternehmen ist. Insbesondere in der Corona-Pandemie bildet sie eine wertvolle Ressource für die Gestaltung des digitalen Wandels“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Mit den Erfahrungen des vergangenen Jahres können vollkommen neue Geschäftsmodelle entstehen, die auf die Herausforderungen der Krise und deren Bewältigung reagieren. Insbesondere digitale Geschäftsmodelle stehen hierbei im Fokus, da digitale Angebote auf der Nachfrageseite einen hohen Akzeptanzschub erhalten haben.

 

„Die kreativen Köpfe Thüringens sind wertvolle Innovationskomplizen und verlässliche Reiseführer, um in der aktuell noch sehr unsicheren Situation manövrierfähig zu bleiben. Allerdings sollten noch viel mehr Unternehmen auf kreativwirtschaftliche Expertise setzen und gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen“, sagt THAK Projektleiter Norman Schulz.

 

Gleichzeitig bleibt Thüringen bei Gründungen von Unternehmen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz – also Betriebsgründungen, die von Beginn an mit mehreren Beschäftigten oder als Personen- bzw. Kapitalgesellschaft starten – bundesweit in der Spitzengruppe: Während die Gewerbeanmeldungen im Jahr 2020 insgesamt um 7,2 Prozent auf 10.481 zurückgingen, lag Thüringen bei Betriebsgründungen mit besonderer wirtschaftlicher Substanz 6,4 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Nach der Stabilisierung der Gründungszahlen im Jahr 2018 und dem leichten Anstieg im Jahr 2019, konnte diese positive Entwicklung während der Corona-Pandemie nicht fortgesetzt werden. „Die konkreten Auswirkungen der Corona-Krise auf das Gründungsgeschehen werden erst dann sichtbar, wenn die Pandemie gesamtgesellschaftlich unter Kontrolle ist. Hierbei sind die Dauer und der damit verbundene Substanzverlust entscheidende Faktoren“, sagt ThEx Leiter Dirk Wegler. Dennoch blickt Minister Tiefensee positiv voraus: „Dass sich das Gründungsland Thüringen weiterhin dynamisch entwickelt, zeigen auch die wieder steigenden Gründungszahlen (+10,7%) in den ersten vier Monaten dieses Jahres.“

 

Mit dem Thüringer Gründungs- und Unternehmensreport legt das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum | ThEx jährlich eine Einschätzung zum Gründungsgeschehen und wichtigen aktuellen Fragen des Unternehmertums in Thüringen und Deutschland vor.

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